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Aufbissbehelfe und Schienen

Funktionsstörungen und - erkrankungen im kraniomandibulären System werden hauptsächlich mit Aufbissschienen therapiert. Sie sind sowohl in der initialen Therapiephase als auch in der Kausaltherapie als nicht invasive Mittel zur Behandlung anzusehen und tragen in einem Prozentsatz von 50 - 80 %, je nach Art und Ursache der Erkrankung, zur Beschwerdefreiheit - bzw. Symptomfreiheit bei. Eine Aufbissschiene ermöglicht es jederzeit, falls die Primärdiagnose durch andere Symptome überlagert oder falsch gestellt wurde, durch Änderung der okklusalen Kontakte auch das Therapieziel zu korrigieren. Bei den vom Patienten beschriebenen Hauptsymptomen ist der Angriffsort von zahnärztlicher Seite immer die Aufhebung der bestehenden Okklusion. Das Ziel ist die Änderung der Muskel - und Gelenkfunktion und damit eine Neueinstellung und Harmonisierung der vertikalen und horizontalen Kieferrelation. Diese Umstellung der Kieferrelation hat auch das Ziel, neuromuskulär positiv auf Haltungs - und Verhaltungsstörungen zu wirken.

In der Kausaltherapie kommen zwei Aufbissbehelfe zur Anwendung,
 

Die Äquilibrierungsschiene

Die Positionierungsschiene

Die Äquilibrierungsschiene ( Knirscherschiene, Dämpfungsschiene ) unterliegt dem Prinzip, die bestehende Okklusion der Zahnreihen aufzuheben und über die Schiene ideale okklusale Bedingungen herzustellen. Dadurch soll der Trigger für die funktionelle Erkrankung ausgeschaltet und während der Therapie erkannt und beseitigt werden. Letztendlich soll durch Einstellung einer neuen habituellen Interkuspidation eine Harmonisierung des Systems herbeigeführt werden.

Die Äquilibrierungsschiene ist indiziert bei okklusions - oder parafunktionell bedingten Dento - und Myopathien. Bei parafunktionell verursachten Dysfunktionen kann Sie als Langzeitschiene (Knirscherschiene ) eingesetzt werden, um die Auswirkungen der Parafunktionen auf die kraniomandibulären Strukturen ( Zahn, Parodontium, Muskulatur und Kiefergelenk ) zu mildern, besonders dann, wenn es therapeutisch nicht gelingt, die Parafunktion auszuschalten.

Die Positionierungsschiene ( COPA = Cranio- mandibuläre - Orthopädische – Positionierungs Apparatur ) ist bei Arthropathien oder Myoarthropathien indiziert, wenn man bewusst die Stellung der Kiefergelenke in eine therapeutische Position überführen muss. Das Hauptindikationsgebiet sind somit Diskopathien ( Diskusverlagerung ), Strukturveränderungen und die Kiefergelenkkompression. Die myozentrische Bissorthese ist ein universelles Hilfsmittel bei der Korrektur von neuromuskulären Fehlbissen.
Die Zielsetzungen gehen dabei über die einer gewöhnlichen Aufbissschiene weit hinaus:

Über die Okklusion wird ein neuer muskulärer Habitus programmiert, der Schritt für Schritt hinsichtlich bestmöglicher Entspannung in der Ruhe und maximaler Kraftleistung in der Funktion optimiert wird.
Gleichzeitig fällt das Augenmerk auch verstärkt auf die Körperhaltung, die von der Okklusion mehr beeinflusst werden kann, als man gemeinhin glauben möchte!

Um die Bissorthese u. U. auch dauerhaft tragen zu können, müssen auch funktionelle Kauflächen integriert werden können.
Es gibt daher ein ganzes Arsenal von Bissorthesen, von der einfachen Sofortschiene bis hin zur permanenten Modellguss - Overlayschiene.