Liebe Patientin, lieber Patient,

der Mensch als hoch komplexer und intensiv verflochtener Organismus hält sich im Falle einer Erkrankung mit seinen Beschwerden und Problemen nur selten an die Grenzen der medizinischen Fachbereiche, die im Interesse vertiefter Kenntnisse und Fähigkeiten immer spezialisierter werden.

Nicht nur, dass der Laie kaum entscheiden kann, in wessen Kompetenz sein Anliegen nun fällt: soll er beispielsweise mit Schmerzen und Schwellung am Unterkiefer zum Hausarzt, zum Zahnarzt, zum HNO-Arzt, zum Orthopäden, zum Neurologen, zur Lymphdrainage, zum Osteopathen, zum Internisten oder gar zum Onkologen gehen, um die Ursache zu erforschen und entsprechende Behandlung zu bekommen? Ist bei Unterbauchbeschwerden der Gynäkologe, der Urologe, der Orthopäde, der Internist, der Gastroenterologe, der Nephrologe, der Osteopath, der Psychotherapeut oder der Heilpraktiker zuständig? Auch der Fachmann weiß oft erst NACH der Diagnose, welcher therapeutischen Disziplin eine Erkrankung zuzuordnen ist.
Sondern es ist auch zu bedenken, dass es oftmals nicht nur EINE Ursache gibt, die sich einem Fachgebiet zuordnen lässt, dass sich im Gegenteil subtile Zusammenhänge gegenseitig bedingen und verstärken.
Das führt für die Patienten, vor allem für die mit chronischen Beschwerden, oftmals zu einer Odyssee durch die Praxen, in denen jeweils nur der gerade fokussierte Bereich beleuchtet wird, hier und da ein Befund erhoben wird, der Gesamtzusammenhang und mögliche Mitverursachungen der Erkrankungen jedoch kaum erkannt oder angemessen behandelt werden können. Der Heilpraktiker oder Arzt darf nicht im Mundraum behandeln, der Zahnarzt nicht an der Wirbelsäule, der Lymphtherapeut keine Diagnosen stellen, der Gastroenterologe nicht gynäkologisch untersuchen, usw.

Darum haben wir uns als "ganzheitlich" tätige Therapeuten zusammengeschlossen, um den Patienten in seiner komplexen Gesamtheit auffangen und begleiten zu können, so dass er bestmögliche Hilfe bekommt, unabhängig davon, an wen von uns er sich zuerst wendet. "Ganzheitlich" bedeutet hier, dass wir alle versuchen, den Menschen als Gesamtorganismus zu sehen, bei dem (im Gesundheitsfall) alles perfekt und sinnvoll ineinander greift, was im Krankheitsfall aber dazu führen kann, dass eine Störung an einer Stelle oft auch Auswirkungen auf andere Bereiche hat, selbst auf weit entfernt liegende.
Beispiel: ein Senkfuß kann über eine Veränderung der Statik und der Bewegungsabläufe Beschwerden der Halswirbelsäule und diese wiederum Kieferprobleme provozieren, die zur Schwächung der Zähne führen. Oder umgekehrt: eine chronische Entzündung an einer Zahnwurzel kann den ganzen Organismus so belasten und vergiften, dass es zu Allergien, Darmentzündungen oder Depressionen kommen kann. Der Mensch lässt sich nicht in Fachrichtungen trennen, sondern ist eine kybernetische Einheit, die als Ganzes betrachtet werden muss.

Unser Anliegen ist einerseits, in unserer eigenen Behandlung das Augenmerk auch auf ferner liegende Zusammenhänge zu richten, andererseits herauszufinden, wen oder was der Patient sonst noch zu seiner Unterstützung und Heilung braucht, und in seinem Interesse ggfls. an andere Therapeuten zu überweisen und mit diesen intensiv zu kooperieren.

Jeder userer Therapeuten ist ein Experte auf seinem Gebiet und sorgt durch ständige Fortbildung für hohe Qualitätsstandards in seiner Behandlung. Das Besondere an unserer Arbeit ist aber die Tatsache, dass wir uns zusätzlich zusammenfinden, um unser Wissen im Interesse der Patienten auszutauschen, zu vernetzen und in eine integrierende Ganzheitsschau des Organismus generell und des einzelnen Patienten im Speziellen zu gehen. Wir lernen mehr über die Fachgebiete der Kollegen und deren Erfahrungen, und wenn der Patient das möchte, tauschen wir uns über ihn aus und besprechen gemeinsam, welche Therapie in welcher Reihenfolge wohl am besten für ihn wäre. Wir orientieren uns an den Bedürfnissen, Anforderungen und Fragestellungen des Patienten und erkennen unsere eigenen Grenzen und die unserer Diagnose- und Therapieverfahren an.
Durch den Austausch mit den Kollegen und die interdisziplinäre Zusammenarbeit können wir die Nachteile der Spezialisierung in Vorteile verwandeln und fachübergreifende Therapiekonzepte entwickeln, mit denen bei unseren Patienten nicht einfach Symptome unterdrückt werden, sondern Ursachen und Folgen ihrer Gesundheitsprobleme berücksichtigt und behandelt werden.


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